Ein Nistkasten für unsere Spatzen


Der Haussperling ist ein weit verbreiteter und gern gesehener Gast im Garten. Auch bei uns haben sich in den letzten Jahren wieder vermehrt Spatzen blicken lassen, die nicht nur regelmäßig an die Trinkstellen in unserem Garten kommen und das winterliche Futterreservoir bestens kennen. Auch das morgendliche Vogelkonzert wird maßgeblich von unseren Spatzen dominiert und einige der Gesellen haben in den Sträuchern und Hecken – auch in der Nachbarschaft – ihren Nachwuchs groß gezogen.

Bis vor kurzem hatten sie außerdem am Nachbarshaus noch eine Nische in der Wandverkleidung, die von den Spatzen seit mehreren Jahren immer wieder als Nistgelegenheit genutzt wurde. Leider hat es der Nachbar nicht so mit Vögeln und hat die Nische kurzerhand dicht gemacht und somit den Spatzen ihren wertvollen Platz zum Nestbau genommen. Grund genug für mich, sich um ein Ausweichquartier für die Spatzen zu bemühen.

Der Spatz mag es gesellig

Spatzen brüten gerne in Gesellschaft. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Baupläne für Spatzenhäuser gleich mehrere Nistmöglichkeiten nebeneinander vereinen. Wir bauen unseren Spatzen sozusagen ein Reihenhaus. Für mein Spatzenhaus habe ich den Bauplan des NABU genutzt und diesen leicht modifiziert, doch dazu später. Zur Fertigung benötigt man neben dem Holz lediglich eine handvoll Schrauben, eine Stichsäge, einen Akkuschrauber (mit dem man auch Löcher ins Holz bohren kann) sowie etwas Schleifpapier und einen Topf- oder Forstnerbohrer mit ca. 30-32 mm Durchmesser, um die Einfluglöcher zu bohren. Ist das Spatzenhaus mitunter der Witterung ausgesetzt sollte man außerdem ein Stück Teerpappe oder ein 20cm x 50cm großes Stück Aluminium oder Kunststoff zur Hand haben, um das Dach damit „abzudichten“. Die meisten Dinge sollte der versierte Heimwerker also bereits im Keller liegen haben, sodass lediglich das passende Stück Holz besorgt werden muss.

Aus dem Baumarkt besorgte ich mir zwei Vollholzbretter aus Fichte „wie gewachsen“. Man benötigt hier keine gehobelte Ware und auch keine 1A Qualität. Gehobelte glatte Bretter wären auch eher kontraproduktiv, da sich die Vögel später an kleinen Unebenheiten im Holz besser festhalten können und nicht abrutschen. Die beiden Rohlinge mit den Maßen 120 cm x 20 cm, Stärke 18 mm, kosteten rund 14€. Die benötigten Werkzeuge und Schrauben hatte ich alle zu Hause, sodass ich keine weiteren Unkosten hatte.

Zuschnitt der benötigten Teile

Zuschnitt der benötigten Bauteile

Als erstes habe ich die benötigten Bauteile mit einer Stichsäge zugeschnitten. Neben einem Zollstock ist ein Winkel und Markierungsstift hilfreich, um die genauen Schnittpunkte gut markieren zu können. Nach dem Sägen der Bretter sollte man die Kanten sowie die kleinen Splitter, die zwangsweise beim Sägen entstehen, mit einem Stück Schleifpapier fasen, sodass die Kanten nicht scharfkantig sind und keine Holzsplitter mehr daran haften. Die benötigten Größen der Holzteile habe ich in dieser Grafik noch eimal dargestellt. Sie lassen sich prima aus den beiden 120 cm x 20cm Holzbrettern sägen, die ich im Baumarkt bekommen habe.

Nistkasten verschrauben

Sind die einzelnen Bretter fertig gesägt, kann man auch fast schon mit dem Zusammenbau beginnen. Doch vorab müssen noch die Einfluglöcher für die Vögel gebohrt werden, sowie ein paar kleine Löcher in die Bodenplatte. Ich habe hier je Kabine zwei kleine 5 mm Löcher gebohrt. Diese Löcher dienen der Luftzirkulation. Dies verhindert, dass sich zu schnell Schimmel durch Feuchtigkeit in den Kabinen bildet, was sehr gefährlich für die Piepmätze wäre.

Die Einfluglöcher habe ich mit einem Forstnerbohrer gebohrt. Man kann alternativ auch mit einem Topfbohrer die Einfluglöcher anfertigen. Die Einfluglöcher sollten einen Durchmesser von mindestens 32 mm bis maximal 35 mm haben. Dies ist die ideale Größe, damit Elternspatzen hindurchpassen und klein genug, um die Nester vor ungebetenen fremden Besuchern zu schützen.

Auf das Maß der Öffnung achten!

Die Frontplatte sollte außerdem an der Innenseite aufgerauht werden. Dies ist wichtig, damit sich die (Eltern-)Vögel an dem Holz festhalten können, wenn sie das Nest verlassen möchten. Kleine Kerben im Holz erleichtern dies. Man kann hierzu einen Schlitzschraubenzieher oder die Spitze einer Schere nehmen, um kleine Kerben in das Holz zu stoßen.

Innenseite anrauhen für besseren Halt

Nun sollten noch die Einfluglöcher ordentlich mit Schleifpapier bearbeitet werden, damit es keine Scharfen Kanten gibt. Elternvögel nutzen das Loch während der Brutphase mehrere Hundert mal, sodass hier jegliche Verletzungsgefahr für die Vögel durch scharfe Kanten oder Splitter vermieden werden sollte.

Ist die Frontplatte entsprechend vorbereitet, kann man auch schon mit dem Verschrauben des Nistkastens beginnen. Da die Schrauben nah an den Rändern des Holzes angebracht werden, ist es unbedingt empfehlenswert, alle Stellen vorzubohren. Ich habe Spaxschrauben 3x40mm verwendet. Die Löcher für die Schrauben wurden mit einem 3mm bzw. 2mm Bohrer vorgebohrt. Nachdem die Rückand zunächst mit der Bodenplatte verschraubt wurde, kamen zunächst die Seitenplatten dran und anschließend die Trennwände.

Alle Bauteile zusammenschrauben

Wie man hier sieht ist es normal, dass die Seitenwände etwas über die Bodenplatte vorstehen. Wenn man die Frontplatte einsetzt, sieht das wieder gut aus. Die Frontplatte muss oben an den Kanten angeglichen werden. Die Unterseite der Frontplatte steht dann etwas über die Bodenplatte hervor. Dies gewährleistet ein gutes Abtropfen von Regenwasser, wenn die Front mal nass regnen sollte. In meiner Version habe ich die Frontplatte mit 4 Schrauben, jeweils 2 Stück links und rechts, an den Seitenwänden verschraubt. Die Bauanleitung des Nabu sieht eine nach oben hin klappbare Frontklappe vor, damit man die Kabinen reinigen kann. Der Aufwand beim Bauen ist dann etwas größer. Ich werde künftig die 4 Schrauben lösen um die Kästen innen zu reinigen.

Frontplatte – fixiert oder als Klappe

So sieht es dann aus, wenn die Frontplatte fixiert ist. Hier ist auch gut zu sehen, dass die Frontplatte unten etwas übersteht. Nun wird noch das Dach montiert. Hierbei beachten, dass die Verschraubungen für das Dach nur in die Rückwand und die beiden Seitenwände (sowie evtl. in die Trennwände) gesetzt werden. Die Verschraubung darf nicht in die Frontplatte führen (wegen der Reinigung des Kastens!).

Der fertige Nistkasten

Die richtige Platzierung des Nistkastens

Der Nistkasten ist nun einsatzbereit. Hier die Version ohne Teerpappe/Aluschild auf dem Dach. Sofern der Nistkasten an einer geschützten Stelle aufgehangen wird, kann man auf einen Dachschutz verzichten. Als Aufhänge-Befestigung eignen sich Ringschrauben. Ich habe vor den Eingängen noch kleine Holzdübel als „Landestange“ angebracht, was jedoch nach NABU Bauplan nicht vorgesehen ist.

Da hängt er!

Nun braucht es nur noch etwas Geduld, bis die ersten Spatzenpaare hier einziehen. Idealerweise können neue Nistkästen im Herbst aufgehangen werden, damit die Vögel die Nistkästen bereits zum Überwintern nutzen können. Eine Höhe zwischen zwei und drei Metern über dem Erdboden hat sich als ideal erwiesen. Bei uns hängt der Nistkasten an der Terrassenüberdachung. Morgens Sonne, ab dem frühen Mittag im Wurfschatten des Hauses. Sobald sich hier etwas tut, werde ich berichten!

Viel Spaß beim Nachbau.

Wer keine Lust zum Nachbauen hat oder wem die notwendigen Materialien und Werkzeuge fehlen, kann einen solchen Nistkasten auch hier kaufen.

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